Modelle über den Wissenserwerb

Um Meisterschaft zu erreichen, benötigt der Mensch 10000 Stunden Beschäftigung mit einem Thema. Aber nicht jeder erreicht diese Meisterschaft. Und auch einmal erreichte Meisterschaft in einem Gebiet kann wieder verloren gehen, wenn es zu selten praktiziert wird.

Um herauszufinden, wie Wissensmanagment gelingen kann, habe ich mich mit diversen Modellen des Wissenserwerbs beschäftigt. Modelle sind nur Modelle. Eine Person bezüglich ihres Wissens zu einem Thema in ein Modell einzusortieren, ist immer eine Vereinfachung.

Nahezu allen Modellen ist eine 4- oder 5stufige Pyramide gemeinsam. Daher habe ich diese in einer einzigen Tabelle aufeinander abgebildet und mit weiteren Bemerkungen versehen. Die Tabelle ist als Pyramide zu lesen: die höheren Zeilen bauen immer auf den darunterliegenden Zeilen auf.

Niveau [1] DIKW Modell [2] Dreyfus Modell [3] Komplexität [4] / Effizienz [5] / W-Frage Braucht: Die richtigen Dinge tun
Unbewusste Kompetenz Wisdom / Können Experte / Guru Komplex Intuition Die Dinge richtig tun
Bewusste Kompetenz Understanding / Verstehen Erfahren / Gewandt / Versiert Kompliziert / Effektiv / Warum Erklärungen
Bewusste Inkompetenz Knowledge / Wissen Fachkraft / Kompetente Effizient / Wie Anleitungen / Checklisten
Unbewusste Inkompetenz Information (fortgeschrittene) Anfänger / Neuling Einfach / Was Regeln

Literatur

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kompetenzstufenentwicklung
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/DIKW_pyramid
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Dreyfus_model_of_skill_acquisition
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Komplexit%C3%A4t und https://de.wiktionary.org/wiki/kompliziert
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Effektivit%C3%A4t#Der_Unterschied_zwischen_Effektivit.C3.A4t_und_Effizienz

Tagged with: ,
Posted in Wissensmanagement

Zukunft durch Aufstieg: Cross-Mentoring

Jeder Frau, die in Mecklenburg-Vorpommern lebt und eine Führungstätigkeit in der Wirtschaft anstrebt, sei das Cross-Mentoring Programm des Landes Zukunft durch Aufstieg empfohlen.

http://www.zukunft-durch-aufstieg.de

Für mich als Mentorin wieder eine spannende Möglichkeit, über meinen fachlichen Tellerrand hinauszublicken. Sowohl meine Mentee stammt aus einer anderen Branche als ich als auch die anderen Mentorinnen und Mentoren. Cross bedeutet also branchenübergreifend und firmenübergreifend.

Geht denn das, kann ich eine Mentee betreuen, die keine IT-Frau ist? Ja, es geht. Die Themen sind universell und die Lösungen sind individuell. Und auch das ist Wissens-Management. Die Weitergabe von Erfahrungswissen.

Im Kreis der Mentor_innen haben wir reflektiert, wie das Programm bekannter gemacht werden kann. Dies ist mein Beitrag dazu.

Tagged with:
Posted in Wissensmanagement

So speichern Sie Dinge in Ihrem Langzeitgedächtnis effektiv

Ich tauche gerade tief im Wissensmanagement.

Dabei beschäftige ich mich zunächst mit dem Thema “lernen”. Denn lernen muss und will ich eine ganze Menge. Wie aber geht das eigentlich, ohne zu “büffeln”?

Dabei stolperte ich mal wieder über einen Beitrag im Internet.

MARC

There are four key principles to ensure effective storage in long-term memory; key principles to making your MARC [1]

Es gibt vier Prinzipien, um effektiv Wissen im Langzeitgedächtnis zu speichern.

Meaning / Bedeutung – Gebe den Dingen Bedeutung für Dich

  • Organisation of material / Organisation des Materials: Sortiere nach Deinem Schema, überlege Dir ein für Dich geeignetes Schema, Muster, Mindmap…
  • Building on previous knowledge / Baue auf vorhandenem Wissen auf: Verknüpfe das neue Wissen mit Deinem vorhandenen Wissen, verankere es.

Attention / Aufmerksamkeit – widme Dich dem Wissen, schenke ihm Deine Aufmerksamkeit

  • Effort / Aufwand: Das Wissen benötigt Resourcen von Dir, um in den Langzeitspeicher zu gelangen. Dein Gehirn wird es nicht speichern, wenn es ihm nicht wichtig erscheint. Wichtig wird es erst, wenn Du Dich wirklich damit beschäftigst.
  • Motivation / Motivation: Warum möchtest Du dieses Wissen haben? Was möchtest Du mit diesem Wissen erreichen? Mache Dir klar, welche Motive hinter Deinem Wunsch stehen, das gibt dem Wissen die Bedeutung.

Repetition / Wiederholung – “ohne Fleiss kein Preis”

  • Rehearsal / Übung: Übe, das Wissen anzuwenden. Jetzt wo Du Deine Motivation kennst, kannst Du das Wissen versuchen anzuwenden. Du wirst merken, wie gut Du es schon beherrschst und wo Deine Lücken sind. Durch die Benutzung des Wissens wird es weiter und fester im Gehirn verankert.

Creativity / Kreativität – Alles ist erlaubt, um Dir das Wissen anzueigen. Versuch es doch mal mit den folgenden Ideen:

  • Distinctiveness / Unverwechselbarkeit: Denke Dir eine Geschichte aus. Je abstruser, desto besser. Wenn sie lustig ist, noch besser. Schaffst Du es, trockene Fakten mit einer Story aufzupeppen? Dein Gehirn wird sich an die Gefühle, Bilder, Geräusche erinnern, die mit der Story zusammenhängen. Du nutzt dann Deine Sinne und es wird viel leichter als allein den logischen Teil Deines Gehirns zu benutzen.
  • Uniqueness / Einzigartigkeit: Was macht das Wissen für Dich einzigartig? Denke Dir aus, warum ausgerechnet dieser Fakt für Dich so einzigartig ist. Schon hast Du Deine Geschichte, Deine Bedeutung, Deine Wiederholung.

Und jetzt?

Ich habe versucht, technische Begriffe, die ich verschlagwortet habe, mit Farben zu versehen. Genauer: Die Schlagworte mit Farben versehen, weil in meinem Tool eine Farbe je Schlagwort möglich ist. Herausgekommen ist dann so etwas:

  • Überwachung: Grün (alles im grünen Bereich)
  • Wartung: Rot (nicht mehr im grünen Bereich)
  • Slang Fachsprache des Kunden: Silber (Silver-Surfer, Experten)
  • Einkauf: Goldgelb (Geld …)
  • Adresse: Postgelb (oder auch mit roter Schrift: DHL)
  • Standort: Braun (erdig, fest verwurzelt in der Erde)
  • Optik: Himmelblau (das Licht geht durch die Glasfasern)
  • Netzwerk: Spinnengrau (hier hätte ich lieber was Buntes, um es von den Silver-Surfern besser unterscheiden zu können. Heute fällt mir spontan Spiderman ein, eine sehr schöne Assoziationsmöglichkeit)
  • Hardware: Schwarz (big iron, richtig dicke Eisen stehen da rum)

Einige Begriffe sträuben sich noch ein wenig, z.B.

  • Routing ..
  • Karte ..  Landkarte / Glückwunschkarte / Telefonkarte
  • Prozess .. vielleicht kurzer Prozess?

Aber es gibt ja auch noch so viel mehr Farben. Pinkfarbene Prozesse? Und der nächste “Rehearsal” steht ja bald an.

Literatur:

[1] http://www.ashridge.org.uk/360
Spring 2008 From goldfish to elephant – make your MARC in business The Ashridge Journal

Tagged with:
Posted in Wissensmanagement

ArchiveDB—Scientific and technical data archive for Wendelstein 7-X

Diesmal hatte sich Elsevier wirklich extrem viel Zeit gelassen. Aber endlich doch geschafft! Was mir die Möglichkeit gab, die Highlights des ersten Experimentbetriebs aus Sicht meines Projektes einfliessen zu lassen.

Hier also endlich mein Artikel über mein Big Data Projekt mit Forschungsdaten:

http://dx.doi.org/10.1016/j.fusengdes.2016.05.026

Nachtrag 28.10.2016

Heute kam der Link zur finalen Version mit folgendem Hinweis:
“To help you access and share your article, we are providing you with the following personal article link, which will provide free access to your article, and is valid for 50 days, until December 16, 2016”

http://authors.elsevier.com/a/1TyFH3HHIK5fhM

 

Tagged with: ,
Posted in control and data acquisition

What is the difference between a manager and a leader?

I like the differentiation I found at some webpages:

Managers focus on things <=> Leaders focus on people
Managers do things right <=> Leaders do the right things
Managers plan <=> Leaders inspire
Managers organize <=> Leaders influence
Managers direct <=> Leaders motivate
Managers control <=> Leaders build
Managers follows rules <=> Leaders shape entities

Managers have employees. <=> Leaders win followers.
Managers react to change. <=> Leaders create change.
Managers have good ideas. <=> Leaders implement them.
Managers communicate. <=> Leaders persuade.
Managers direct groups. <=> Leaders create teams.
Managers try to be heroes. <=> Leaders make heroes of everyone around them.
Managers take credit. <=> Leaders take responsibility.
Managers are focused. <=> Leaders create shared focus.
Managers exercise power over people. <=> Leaders develop power with people.

How about you?

[1] http://scrumtrainingacademy.com/smc/managers-vs-leaders/

[2] http://www.marksanborn.com/blog/9-differences-between-managers-and-leaders/

 

Tagged with:
Posted in Organisationsentwicklung

Aus Änderungswiderständen Veränderungschancen machen

Neulich rappelte in meiner Mailbox ein Artikel von Philine Erfurt über Widerstände bei der Implementierung von Gender Mainstreaming und Diversity Management [1].

Wenige Tage später hatte ich die Gelegenheit, solche Widerstände am eigenen Leibe zu spüren, nachdem ich einen Vortrag zum Thema „Die Macht der Sprache“ organisiert hatte. Ein Betroffener kam Tage (!) später zu mir, um seine eigene Betroffenheit bei mir abzuladen, nachdem es zu heftigen Diskussionen im Kollegium gekommen war.

Hier meine Zusammenfassung des o.g. Artikels, der sehr schön die Reaktion meines Kollegen illustriert:

Alle Änderungen bedrohen den Status Quo. Oft sind sich die beteiligten Akteur*innen dessen jedoch nicht bewusst. Bei Gender Mainstreaming und Diversity Management handelt es sich um tiefgreifende Änderungen, die als Querschnitts-Thema potentiell alle Bereiche einer Organisation betreffen.

Formen und Ebenen von Widerständen

Philine Erfurt unterscheidet verschiedene Formen und Ebenen von Widerständen:

  1. Die Notwendigkeit für Gleichstellung wird negiert. Die Parteien können als „chronic convincers“ und „chronic complainers“ beschrieben werden. Von den „complainers“ werden mehr und bessere Zahlen gefordert. Das hält die „convincers“ beschäftigt. Typisches Zitat: “Es gibt Wichtigeres”.
  2. Informationen und Argumente werden personalisiert. „Diskriminierung gibt es bei uns nicht“. Damit wird es zu einem individuellen Problem bzw. einem Minderheitenproblem stilisiert. Strukturelle Ungleichheit wird demzufolge verneint. Dies ist eine Wahrnehmungsfrage.
  3. Es wird biologisiert. „Frauen / Männer sind eben so“. Geschlechterstereotype werden verwendet.
  4. Verantwortungsübernahme und notwendige Ressourcen werden verweigert: „Dafür bin ich nicht zuständig“. Die Querschnittsaufgabe als solche wird verneint. Es gibt immer “Wichtigeres” zu tun.
  5. Überforderung und Resignation. Der Themenkomplex wird als zu komplex wahrgenommen.

Ursachen für Widerstände

Ursachen in der Person

Organisationsmitglieder fühlen sich auf der persönlichen Ebene angesprochen. Dies betrifft ihre Identität und ggf. ihren Selbstschutz, z.B. Angst vor Stigmatisierung als Quotenfrau. Betroffene kalkulieren ihre persönlichen Kosten versus Prestige und Anerkennung.

Es besteht die Gefahr der psychologischen Verdrängung, z.B. wenn selbst (noch) keine Diskriminierungserfahrung vorliegt. Dies gilt auch für eine Gruppe von Personen. Es gilt ebenso für die Unterprivilegierten selbst, die betroffene Person will nicht Bestandteil der unterprivilegierten Gruppe sein.

Ursachen in der Organisation

Normen und kollektive Ordnungsmuster spielen eine Rolle. Z.B. die volle Verfügbarkeit einer Person. Die Aufdeckung dieser Normen stört eingespielte Routinen und Muster. Eine
rationale Unternehmenskultur erschwert die Thematisierung persönlicher Irritationen. Eine Querschnitts-orientierte Arbeitsweise widerspricht der wettbewerbsorientierten Kultur. Potentiell sind Privilegien, Status sowie die Hierarchie in Gefahr. Eine Organisation ist nicht neutral.

Daraus resultiert Bedrohung. Das Finden von Ungleichheiten thematisiert eine vorhandene Unzulänglichkeit der Organisation in der Vergangenheit. Die Homogenität in hoch kohäsiven Gruppen wird aufgebrochen, die Veränderung kommt dabei nicht vom Leader. Mehr Diversität erschwert Entscheidungen im Top Management. (Aber diese Entscheidungen sind dann besser, es lohnt sich also.)

Den Widerstand willkommen heißen

Es ist sinnvoll, persönliche Prozesse und organisationale Wandlungsdynamiken zu beachten. Widerstand ermöglicht Reflexion und Auseinandersetzung. Organisationales Lernen erfolgt nicht ohne Widerstände. Widerstände sind ein Zeichen dafür, dass die Veränderung kommt oder bereits an die Tür klopft.

Die „convincers“ sollten folgende Punkte adressieren:

  • Die kognitive Ebene / das Wissen
  • Die emotionale Ebene / Unsicherheiten
  • Die intentionale Ebene / Instrumente, Strategien, Methoden
  • Der Lernprozess benötigt Raum für Unsicherheit
  • Mit Partizipation gelingt es, dass möglichst viele Beschäftigte mitwirken
  • Multiplikator*innen wirken nachhaltiger, aber es besteht die Gefahr der Verlangsamung des Prozesses durch viele Ideen
  • Die Interessen aller Beteiligten sollten berücksichtigt werden
  • Anreiz kann ein positiver Ausschlag auf die Leistungsbewertung sein
  • Die öffentliche Unterstützung von change agents sollten eingeholt werden
  • Anschlussfähigkeit herstellen
  • An anerkannten Zielen und Werten anknüpfen

P.S.: Meine Textverarbeitung schlägt mir vor, Diversität in „davorsitzt“ zu korrigieren. Na dann mal los!

Literatur:

[1] Philine Erfurt: „Nicht wichtig, keine Zeit, fehlende Beweise – Widerstände bei der Implementierung von Gender Mainstreaming und Diversity Management“, Diversitas Heft 2, http://www.zf-diversitas.eu/resources/11+01+20+Diversitas+02+Art+EP.pdf

Tagged with: ,
Posted in Organisationsentwicklung

Am Anfang war Ada: Speed Mentoring

5 Mentees, 5 Mentorinnen, je 8 Minuten Zeit für Frage und Antwort.

Was bewegt junge Frauen, die am Ende ihres Informatikstudiums stehen?
Welche Fragen haben sie an weibliche IT-Profis, die schon viele Jahre im IT-Beruf sind?

Alle Mentees befanden sich in einer beruflichen Umbruch-/Veränderungssituation.
Das Ende des Bachelor- oder Masterstudiums oder das Ende der Promotion wirft viele Fragen auf:

Bleibe ich in der Forschung oder gehe ich in die Wirtschaft?
Welcher Job passt zu mir?
Bin ich gut genug für den xyz Job?
(Wie) kann ich mich in einem reinen Männer-Team behaupten und wohlfühlen?
Wie finde ich den Job, der zu mir passt?
Wie läßt sich Beruf und Familie vereinbaren?
Was ist die beste Zeit für die Familiengründung?
Ich suche einen ruhigen Job, um zu mir selbst zu finden.
Ich suche einen Job, der mich herausfordert, in meinen Praktika habe ich mich immer schnell gelangweilt.
Ich traue mich nicht, mich bei xyz zu bewerben.
Wird meine Beziehung darunter leiden, wenn ich an einem anderen Ort arbeite?

Viele der Fragen drehten sich um die individuelle Persönlichkeitsentwicklung.
Wie gehe ich mit meinen eigenen Ängsten und der eigenen Unvollkommenheit um?

Die Veranstaltung fand im Rahmen der 30. Jahrestagung Frauen und Informatik statt.
Mentees und Mentorinnen konnten im gleichen Maße profitieren.

Für mich als Mentorin war es eine schöne Erfahrung und Gelegenheit, meine eigene Lebenserfahrung weitergeben zu können, ganz gezielt an junge Menschen und insbesondere an motivierte junge Frauen, die ihren Weg in den IT-Beruf suchen. Ebenso ergab sich für mich durch die Fragen eine (erneute) Reflexion der eigenen Entscheidungen und Beweggründe.

Die Veranstaltung fand im Heinz Nixdorf Forum in Paderborn statt, bei der es auch die Gelegenheit gab, die Ada Lovelace Sonder-Ausstellung “Am Anfang war Ada” anzusehen.

Tagged with:
Posted in GI